CDU Gemeindeverband Gründau
 
Alle wollen es grüner,… Drucken
Dienstag, 13. September 2011 um 11:41 Uhr

nur keiner möchte die notwendigen Änderungen vor der Haustür.

 

Dass die Grünen in Gründau bei der letzten Kommunalwahl nicht angetreten sind, wird die einen oder anderen Grünen sicherlich ärgern, insbesondere da man durch den Fukushima-Schub sicherlich einen Platz im Parlament bekommen hätte. Die SPD, die am stärksten auf grüne Themen gesetzt hatte, profitierte dementsprechend. Da sich die politische Landschaft seitdem in ganz Deutschland dahingehend verändert hat, dass das rote Lager einen Großteil seiner Stimmen an die Grünen verloren hat und sich beide Parteien fast auf Augenhöhe begegnen, veranlasst die SPD in Gründau verstärkt grüne Themen zu bearbeiten, um zu zeigen, dass man in Gründau auf deren Beteiligung im Parlament verzichten kann. Man verteidigt somit jetzt schon die absolute Mehrheit für die nächste Kommunalwahl.Dass die Grünen sich vor Jahrzehnten in Deutschland etabliert haben, hat dazu geführt, dass der Umweltschutz sicherlich einen noch größeren Stellenwert insgesamt bekommen hat, wobei Umweltschutz auch vorher schon immer ein Thema der sogenannten Volksparteien war.
Aber bei sogenannten grünen Themen, sei es der Ausstieg aus der Kernenergie, oder eben nur die Bewahrung von typischen Landschaftsteilen einer Region, kommt es immer mehr zu Konflikten, die selbst Grüne gegen Grüne aufbringen. Der Umbau unserer energetischen Infrastruktur zur Nutzung von mehr regenerativen Energieträgern verlangt einschneidende Änderungen in so manchen Kommunen. Hier gibt es zum Beispiel den Bau des größten deutschen Pumpspeicherkraftwerkes im Südschwarzwald, oder Windparks, die am effektivsten im Norden unseres Landes anzusiedeln sind. Selbstverständlich wollen die Menschen dort vor Ort auch grüne Energie, nur soll diese eben nicht gerade bei Ihnen hergestellt werden.
Parallelen dieser Art, auch wenn es nicht aktuell einzig um Energieerzeugung geht, finden sich auch in Gründau. Denn sind wir mal ehrlich, eine Erddeponie, oder ein Landschaftsschutzgebiet in Gründau, das neue Anflugverfahren der DFS, oder eine eventuelle Biogasanlage als Erweiterung der Kompostierungsanlage in Gründau gehen in die gleiche Richtung.
Gründau will einerseits seine ländliche Struktur erhalten, andererseits für seine Bürger oder auch solvente Neubürger Wohnraum in Form von Baugebieten schaffen, um den Einkommenssteueranteil hoch zu halten, denn dieser ist heute und in Zukunft für den Wohlstand der Gemeinde verantwortlich. Die Zeiten hoher, verlässlicher Gewerbesteuereinkommen sind vorbei. Wo gebaut wird, fällt Erdaushub an und wird auszuweisende Fläche gebraucht. Für den Erdaushub haben wir zumindest das MHI-Gelände, oder wir fahren ihn eben woandershin, wie früher, als es noch keine Erddeponien in Gründau gab. Um dieser Anforderung einer zukunftsweisenden ökologischen Kommunalpolitik gerecht zu werden, reicht es nicht, in einfachem Schwarz-Weiß Denken zu argumentieren und zu entscheiden. Alle Interessen sind zu berücksichtigen und in einen Entscheidungsprozess mit einzubeziehen.
Dieses Dilemma zeigte sich auch bei dem Ausblick des Bürgermeisters Merz bei dem Hinweis auf die Planung der Biogaslange zum Betrieb eines Blockheizkraftwerkes in Gründau. Während zum einem die umweltfreundliche Energie als Wegweiser in eine neue Zukunft angepriesen wird, verweist er zugleich auf die Problematik des höheren Schwerlastverkehrs, der unsere Gemeinde dann logischerweise zu verkraften hat. Für die bürgerinitiativlastigen Niedergründauer hat er sogleich eine mögliche Lösung parat. Man soll mit den Zulieferern einen Vertrag schließen, der die Anlieferung über die Autobahnausfahrt in Lieblos festlegt. Da der dafür notwendige Bioabfall aber aus dem ganzen Kreis kommen kann, kommen da einem schon Zweifel. Warum sollte bspw. Bioabfall aus Ronneburg durch Langenselbold, oder Vonhausen gefahren werden, um nach Gründau zu kommen. Die dort ansässigen Bewohner werden sich bedanken, dass der Schwerlastverkehr bei ihnen zunimmt, damit Niedergründau entlastet wird.
Grüne Projekte lassen sich eben nicht immer kommunal begrenzen, was ja der deutsche Strommarkt deutlich zeigt. Um für die Gesamtheit Strom aus regenerativen Energiequellen zu erzeugen, müssen einige wenige Opfer bringen. Bei uns könnte es heißen, damit Pechofen II und III mit Strom aus einer Biogasanlage versorgt werden, muss Niedergründau einen kalkulierbaren Zuwachs an Schwerkraftverkehr in der Liebloser Straße verkraften.„Die Abwägung und Diskussion solcher gegenläufigen Interessen haben in den Fraktionssitzungen der CDU Gründau schon immer viel Platz eingenommen, damit man später eine irgendwie geartete Entscheidung stichhaltig begründen kann. Leider gibt es bei solchen Entscheidungen immer Verlierer und Gewinner. Wichtig ist dabei aber, dass es nachvollziehbar bleibt und nicht nach Willkür ausschaut“ erläutert Thomas Dauth die Gedanken seiner Fraktion zu einigen aktuellen Themen der Gründauer Kommunalpolitik.